Wieviel Energie steckt in einer Zitrone? Wie wird der eigene Körper zur Energiequelle für Funk? Bereits zum fünften Mal hatten wir technikinteressierte Schülerinnen bei uns zu Gast. Im Rahmen des diesjährigen Girls‘ Day erlebten sie, wie spannend die Berufsfelder Elektrotechnik, Mechanik und Softwareentwicklung sind. Neben etwas Theorie gab es vor allem Technik zum Anfassen und Erleben.

„Wir machen jetzt zum fünften Mal beim Girls‘ Day mit. Es ist immer wieder toll zu sehen, welche Begeisterung die Schülerinnen für Technik aufbringen“, erzählt Karin Biessenberger, Personalverantwortliche bei EnOcean. „Durch dieses praxisbezogene ‚Hineinschnuppern‘ in die Branche können wir so manche Vorbehalte gegenüber technischen Berufen abbauen. Der Girls‘ Day ist für uns ein wichtiger Baustein der Nachwuchsförderung. Wir können den Mädchen hier persönliche Einblicke liefern, die sie vielleicht motivieren, ein technisches Studium oder eine entsprechende Ausbildung zu wählen. Talente gibt es genug.“

Ran an die Kartoffel

Beim EnOcean Girls‘ Day drehte sich alles um das Feld der „Energieernte“ oder Energy Harvesting. Die zentrale Frage: Wie lassen sich kleinste Impulse aus der Umgebung als Energiequelle für Elektronik und Funkkommunikation nutzen? Ein Experiment gab den sieben Schülerinnen die anschauliche Antwort. Dabei nutzten sie Elektronik, um aus Kartoffeln, Äpfeln und Zitronen genug Energie für ein Funksignal zu gewinnen. Wer alles richtig zusammengeschlossen hatte, wurde mit einer leuchtenden Lampe belohnt. Das Telegramm „Lampe ein“ war angekommen.

Teil des Technikerlebnistages war auch eine Führung durch die verschiedenen Abteilungen des Unternehmens. Hier konnten die Schülerinnen unsere Mitarbeiter aus verschiedenen Fachbereichen zu ihren Berufen befragen. Dadurch erfuhren sie, wie ein Elektrotechniker mit Funkmodulen arbeitet, welche mechanischen Feinheiten in einem Energiewandler stecken oder wie wichtig die richtige Software ist.

„Spaß macht der Blick auf das Ganze“

Von ihrer Berufserfahrung berichtete beispielsweise unsere Kollegin Ronja, die beim Girls‘ Day das Experiment begleitet hat. Die studierte Elektro-/Informationstechnikerin war bereits 2015 als Werkstudentin bei EnOcean und arbeitet jetzt als Entwicklungsingenieurin Elektronik im Unternehmen.

Im Rahmen des Girls‘ Day hat sie uns in einem kurzen Gespräch erzählt, warum sie sich für einen technischen Beruf entschieden hat:

Ronja, Du arbeitest in einem Berufsfeld, das nach wie vor als Männerdomäne gilt. Was hat Dich daran gereizt?

Mich hat es eigentlich schon immer interessiert, wie Dinge funktionieren. Deshalb wollte ich beruflich gerne in eine technische Richtung gehen. Nach der Schule war ich für ein fünfmonatiges Praktikum in einem großen Unternehmen, in dem ich in verschiedene Abteilungen hineingeschnuppert habe. Danach wusste ich, was ich machen möchte. Die Mischung aus Programmieren und Hardware in der Elektrotechnik hat mir am meisten Spaß gemacht.

Welche Ausbildung hast Du? Hattest Du mit Vorurteilen zu kämpfen?

Ich habe Elektrotechnik und Informationstechnik an der TU München studiert. Hier bin ich eigentlich keinen Vorurteilen begegnet, weder bei den anderen Studenten noch bei den Professoren. Bei meiner Mutter, die auch einen technischen Beruf hat, war das noch ganz anders. Während meiner Praktika gab es dann schon mal den einen oder anderen Kollegen, der etwas besserwisserisch war. Das war aber die Ausnahme, ich bin einfach freundlich geblieben, man kann sich ja darauf einstellen.

Was macht Dir an Deinem Job besonders Spaß?

Bei meinem Beruf habe ich den Blick auf das Ganze. Ich sehe die Produkte nicht nur von einer Richtung, sondern aus verschiedenen Blickwinkeln. Das macht es abwechslungsreich. Toll finde ich auch, dass ich etwas entwickle, was später produziert wird. Ich kann das Ergebnis in Händen halten und sehe, wie es zum Einsatz kommt.

Was ist das Besondere an Deiner Aufgabe bei EnOcean?

An EnOcean fasziniert mich die Energy Harvesting-Technologie. Die Produkte sind einfach cool und ein Hauptgrund, warum ich mich für diese Firma entschieden habe. Gleichzeitig gibt es hier eine gute Unternehmenskultur mit einer angenehmen Zusammenarbeit in den Teams, aber auch zwischen den Abteilungen.

Hast Du einen Tipp für Mädchen, die überlegen, einen technischen Beruf zu ergreifen?

Praktika sind auf jeden Fall wichtig. Nur dabei kann man erfahren, ob die eigenen Erwartungen erfüllt werden. Ich finde auch, dass man als Mädchen den Mut haben sollte, ein technisches Studium anzufangen. Man sollte sich nicht davon abschrecken lassen, dass man vielleicht in einem Team mit vielen männlichen Kollegen arbeiten wird – und auch nicht davon, was die eigenen Freundinnen sagen, die keinen technischen Beruf einschlagen.

Vielen Dank, Ronja, für diesen Einblick.

Handgemacht

Zum Abschluss des „Schnupperkurses Energy Harvesting“ bei EnOcean durften die Schülerinnen an den Schalter. Sie setzten Funkmodul und Energiewandler, die Herzstücke eines batterielosen Schalters, selbst zusammen. Dabei lernten sie anschaulich, wie die beiden Komponenten miteinander agieren und sich allein die Energie eines Tastendrucks für Funkkommunikation nutzen lässt. Anschaulich machte das eine kleine LED-Leuchte, die mit einem Druck auf den Schalter an- oder aus geht. Jede Schülerin nahm anschließend ihren Schalter als Andenken mit nach Hause.

Der Girls‘ Day bei EnOcean hat allen wieder viel Spaß gemacht. Wir bedanken uns bei den sieben Schülerinnen, die uns heute über die Schulter geschaut haben und wünschen ihnen viel Erfolg bei ihrem beruflichen Weg – vielleicht führt ja der eine oder andere tatsächlich in eine technische Richtung.

About The Author

Angelika is Communications Manager at EnOcean. Her personal enthusiasm for the EnOcean world is the variety of exciting topics to tell about energy harvesting wireless technology.

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